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von Einhörnern die auf den Markt ausgeführt werden

12/09/2012

Normalerweise glucken wir als Familie viel zusammen. Wir genießen das auch (es ist mal mehr mal weniger harmonisch versteht sich) und wenn wir verreisen, dann alle zusammen. Zur Zeit ist das jedoch ganz anders – jeder scheint alleine seiner Wege in die Welt zu gehen und zu Hause geben wir uns nur noch die Klinke in die Hand. Der Mann schwelgte gerade ein paar Tage in seiner alten Heimat in Erinnerungen, der Älteste ist derzeit auf Klassenfahrt mit seinen neuen Schulkameraden, der Mittlere wird in ein paar Wochen ebenfalls losziehen, und dieses Wochenende bin dann auch ich drann – 4 Tage das Hauptstadtleben genießen. ALS FREIER MENSCH (Übersetzung: ohne Familienanhang). Willkommener Anlass ist eine Ausbildung, die ich dort gerade mache. Und ohne Familienanhang stimmt nicht ganz, denn am Wochenende wird mich eine junge Dame besuchen kommen, um ihren 4. Geburtstag zünftig mit einem Berlinbummel zu begehen…

Habt Ihr irgendwelche Tips für mich, wo es in Berlin für 4 jährige Mädchen interessant oder schön ist?? Unser Domizil wird sich in Mitte befinden.

Ich habe für diesen besonderen Tag schon mal was vorbereitet. Letztes Wochenende, als mein Mann in der Ferne weilte und meine Kinder an die Oma ausgeliehen waren, habe ich einen entspannten Abend und einen wunderschönen Vormittag bei Musik und Sonnenschein mit Nähen verbracht. Und das Ergebnis seht ihr hier: – aber pssst… ein paar Tage muss es noch geheim bleiben!

Es ist das Modell Market Skirt von joon bug auf danamadeit.com. Dort gibt es ein herrvoragendes tutorial dem ich gefolgt bin. Ich bin ganz aus dem Häuschen darüber wie einfach es ist, Stoff zu Kräuseln und in Falten zu legen. Wieder was für’s Leben gelernt!

Der Kirschenstoff ist nicht ganz so meins für dieses Projekt. Ich hätte es lieber etwas weniger schreiend gehabt, aber das war der beste Stoff, den ich dafür hatte. Und für einen Marktrock sind die Kirschen ja auch irgendwie passend. Der weiße Leinenstoff stammt von Uromas alten Laken, die ich für meine Nähprojekte wie einen Schatz horte. Mein Stoffstapel besteht zum größten Teil aus aussortierten Kleidern und anderem noch brauchbarem Material. Das habe ich von zu Hause irgendwie so mitbekommen. Der Kirschstoff ist allerdings hinzugekauft und führt größtenteils als Schürzenkleid für unsere Nichte ein neues Leben.

Ein kleines, von mir geliebtes Detail ist das Eichhörnchen. Diese Borte habe ich irgendwann mal erstanden, weil sie mich daran erinnert, wie unsere Tochter die putzigen Tierchen immer als Einhörnchen bezeichnet hat bezeichnet :)

Na, und gestrickt habe ich natürlich auch fleißig weiter – jetzt wo es einmal klappt muss ich ja in Übung bleiben! Aber davon ein andermal mehr. Jetzt werde ich alles stehn und liegen lassen und einen der gerade seltenen gemeinsamen Abende mit meinem Anvertrauten bei einem meiner alten Lieblingsfilme genießen – Grüne Tomaten. Danach war mir heute irgendwie ganz plötzlich.

Euch allen auch noch einen wunderschönen Abend und bis bald in alter Frische und hoffentlich mit neuen Inspirationen aus der brodelnden Hauptstadt!

p.s: Zitat von Frau Tochter heute: „Ich will jetzt nähen Mama. Ich will jetzt endlich richtig nähen!“ *seufzundgrins*

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Potentialentwicklung trotz Schule

12/09/2012

Für alle, die es noch nicht gesehen haben: Hirnforscher Gerald Hüther zu Gast bei Philosoph Precht zum Thema „Macht Lernen dumm“?

Prädikat absolut sehenswert!

Purer Luxus

05/09/2012

ist es für mich, mir ein leckeres Essen nur für mich selber zuzubereiten und dann genüsslich und ganz in Ruhe darin schwelgen zu können. Dafür braucht es meiner Meinung nach keine raffinierten Rezepte oder Zutaten – die Einfachheit der Zubereitung gehört zum Spass dazu ;) Die Aufmerksamkeit die man dem eigenen Genuss widmet fühlt sich an wie ein Geschenk an sich selbst. Kennt Ihr das?

Diesen Sommer hatte ich ein paar Mal unverhofft das Vergnügen, ein paar Stunden mal nur für mich zu sein. Meisstens habe ich mich währenddessen beschäftigt, und bin dann erst beim Essen so richtig zur Ruhe gekommen. Echte Luxuszeit. Mich gut um mich selber kümmern – das fühlt sich liebevoll an. Davon profitieren dann auch die Anderen, wenn sie von ihren Abenteuern wieder nach Hause kehren und mich ausgeglichen und zufrieden antreffen. Dann kann ich mich ihnen auch wieder viel offener und liebevoller zuwenden.

Ich habe gerade die Idee, hier eine kleine Serie über puren Luxus zu schreiben – über die simplen Dinge, die mir den Alltag versüßen. Da jeder ganz eigene solcher Alltagsschätze hat würde ich mich freuen, von Euch zu hören oder sehen, was Ihr in eurem Alltag als unverschämt schönen Luxus empfindet – womit Ihr Euch verwöhnt.

Ihr könnt gerne einen link zu Eurem Blog hinterlassen!

 

 

von der Freude eine Fähigkeit zu entwickeln

03/09/2012

Kennt Ihr das Gefühl, etwas können zu wollen, von dem Ihr denkt es sei einfach zu schwierig für Euch oder Ihr hättet leider nicht die nötige Geduld/ Mut/ Ausdauer/ was auch immer um es zu lernen? Ich kenne diese Gedanken sehr gut in Bezug auf’s Stricken.

Als ich ein Kind war erbte ich von meiner Freundin Pullover, die Ihre Mutter aus selbstgefärbter Seide gestrickt hatte – sie waren wunderschön und fühlten sich unglaublich gut an.

(und harmonierten perfekt mit Plastikleggings und Tigersocken)

Ich weiß nicht, ob ich damals schon den Wunsch hatte, selber stricken zu können, aber ich habe es in meinem späteren Leben mehrmals versucht zu lernen. Es hat nicht wirklich funktioniert. Meine Mutter hat es mir versucht beizubringen, aber wie das oft so läuft mit Müttern und heranwachsenden Töchtern – wir hatten es schwer miteinander. Mittlerweile habe ich etliche Bücher im Regal stehen mit Strickmustern und Anleitungen, für den fernen Tag, an dem ich endlich stricken kann. Das ich es wollte stand ausser Frage.

Vor zwei Jahren habe ich es dann immerhin zu einem kleinen Dreiekstuch gebracht. Dabei blieb es dann aber erstmal. Und nun… ich bin ganz aus dem Häusschen – ich habe zum ersten Mal das Gefühl, dass die Welt des Strickens kein Buch mit sieben Siegeln mehr für mich ist, für das ich irgendwie den Sesam-Öffne-Dich-Spruch nicht mitbekommen habe. Ich kann rechts, links, kraus und glatt, patent und perlig, alles geht. Und das Beste ist, ich kann heruntergefallene Maschen wieder aufheben und brauche deshalb keine Angst mehr vor Fehlern zu haben. Für Jemanden der schon stricken kann mag sich das unspektakulär anhören, aber für mich ist es ein echtes Erfolgserlebnis!

Und da gibt es eine junge Dame, die in den letzten Tagen nicht müde wurde zu fragen, wann ich denn endlich ihre Ski-Socken fertig hätte. Meine Tochter hat letzte Woche entdeckt, wie gut es sich mit Wollstrümpfen durch unser (nach der kürzlichen Renovierungsaktion schön großes) Wohnzimmer schlittern lässt. Ich habe ihr voreifrig gesagt „wenn ich mal stricken kann, dann mache ich Dir selber welche und Du darfst Dir die Farbe aussuchen!“ Für sie bestand nicht der geringste Zweifel, dass ich es lernen würde, die Frage war ihrer Meinung nach eher, wann ich endlich den Hintern dazu hochkriegen würde… das ließ sie mich immer wieder wissen.

Und dann kam meine Freundin aus Kanada. Sie machte mich mit ihrer herrlich unbekümmerten Herangehensweise vertraut. Keine Anleitungen, einfach Grundwissen und Kreativität gemixt mit ein bißchen Denkarbeit. Ihr verdanke ich die Idee, einfach zum Üben drauflos zu stricken und den Perfektionismus draussen zu lassen. Und das tat ich. Die fünf Tage seit denen sie weg ist  bin ich mit Stricken schwer beschäftigt gewesen.

Ich habe mich dank des Drängens meiner Tochter inzwischen auch an eine Rundstricknadel herangetraut . Nachdem abzusehen war, dass mein erster Versuch eine Größe 40 ergeben würde, habe ich dann auch zwei passende Socken hingekriegt. Und danach noch zwei bunte Stulpen. Die Winzigkeit der Strickstücke waren herzergreifend. Jetzt weiß ich auch, warum eine Schwangerschaft neun Monate dauert – damit die Mutter genug Zeit hat sich am stricken kleiner Winzigkeiten zu erfreuen! ;)

Was mich am meisten erfreut ist die Begeisterung, mit der meine Familie auf meine Strickambitionen reagiert. Mein Mann begründet seine positive Reaktion mit der Feststellung, dass es nichts besseres für die Füße gäbe, als selbstgestrickte Socken :) , und meine Kinder sagen so aufbauende Sachen wie „Du bist aber eine gute Strickerin, Mama“ und „go Mama, go!“ Kann es was motivierenderes geben?

Das Allerbeste ist allerdings, dass ich nicht alleine bin mit meinem Interesse für’s Stricken, und mein neuerworbenes Wissen gleich weitergeben kann – so lernt man schließlich am besten, gell?

Ich muss an Carol Dweck denken, die in ihren Untersuchungen zum Thema Selbstbild herausgefunden hat, wie wichtig es ist daran zu glauben, dass der eigene Geist und die eigenen Fähigkeiten dynamisch sind und sich stets weiterentwicken können. Eine innere Haltung, die einem das Leben enorm erleichtert. Wie schade ist es, dass wir uns so oft von unseren Vorhaben oder Träumen abhalten weil wir insgeheim glauben wir hätten eben kein Talent und könnten die dafür nötigen Fähigkeiten nicht erlernen.

Manchmal braucht es nur eine erfrischend neue Herangehensweise oder ein bißchen Unterstützung und den Willen sich auf das zu fokussieren, was einem wichtig ist…

Was würdet Ihr gerne noch lernen oder tun bei dem Euch der Glaube an Eure Fähigkeit zur Weiterentwicklung helfen könnte?

Damit einen schönen Wochenstart Euch allen!

(p.s.: Wer Hilfe beim Stricken braucht und gerade niemanden zur Hand hat kann auch in diversen Internetforen Unterstützung bekommen. Ich bin z.B. neuerdings bei http://www.nadelspiel.com . Die Anleitungsvideos dort sind der Hammer und im Forum wurde mir auch schon super geholfen, als ich gar nicht mehr weiterkam. Ich kann’s nur empfehlen.)

Zeit und Entfernung überwunden

30/08/2012

So, da bin ich wieder! Ich hatte gerade eine Woche lang Besuch von einer lieben Freundin aus dem fernen Kanada, die ich vor 12 Jahren das letzte Mal kurz gesehen habe. Die Zeit mit ihr war unglaublich reich und anregend, ich muss das gerade erst mal alles verdauen.

Wir haben so viele meiner Lieblingsdinge  zusammen gemacht: über die wichtigen Dinge im Leben geredet, das Meer besucht, Flohmarktschätze gefunden, im Überfluss des Wochenmarkts geschwelgt, unglaublich leckere Pizzas gebacken und das einzige, was noch schöner ist als sich kreativ zu betätigen: es gemeinsam getan.

Jetzt trennt uns wieder ein großer Ozean und jeder lebt in seiner eigenen Welt, aber in meiner wurde definitiv einiges angestossen und neue Pläne geschaffen, die verwirklicht werden wollen, oh my… eine Woche kann sehr intensiv sein wenn man sie mit jemand Besonderem teilt… ich erzähle Euch später noch mehr davon.

Was habt Ihr in den Ferien schönes erlebt?

Ein extra-Zimmer

09/08/2012

Wir haben seit ein paar Wochen ein zusätzliches Zimmer, indem sich der Großteil unseres Lebens abspielt.

Es ist dort sehr gemütlich, obwohl es viel kleiner ist als unsere restlichen Zimmer und nicht viel mehr beherbergt als eine Schlafmöglichkeit und einen Tisch…

Meine Lieblingsbettwäsche durfte dort platznehmen

und der Ausblick ist einfach phenomenal:

Genau, es handelt sich um unseren Balkon. Mein Mann und ich schlafen seit ein paar Wochen hier, ganz egal was für ein Wetter wir haben – quasi als Campingersatz ;) Und tagsüber dient er uns als kleines Wohnzimmer im Grünen.

Abends hat er seinen besonderen Reiz, wenn wir im Kerzenschein lesen, oder auf dem Laptop einen schönen Film anschauen, dick in Decken eingemummelt. Es braucht echt nicht viel um einen glücklich zu machen…

Vorallem sind wir hier nie wirklich alleine… neben Spinnen, Vögeln und sonstigem Kleintier hatten wir vor ein paar Tagen einen Besucher der mich ganz besonders erfreut hat. Kurz nach Mitternacht wurden wir von wenig dezentem Schmatzen, Rascheln und Kratzen überrascht, das aus dem Garten zu uns hochdrang. Ein Igel machte seinen Streifzug durch Büsche und Beete und fand dort anscheinend reichlich Nahrung. Ich war sehr glücklich ihn zu sehen, denn ich hatte schon befürchtet, dass unser Haus- und Hof-Igel tot sei. Meine Tochter und ich hatten anfang des Jahres in der Nachbarschaft einen arg mitgenommenen und von Maden befallenen Igel auf dem Bürgersteig gefunden. Wir liefen zu unseren Nachbarn, um uns Unterstützung zu holen. Doch als wir zurückkamen, war der Igel verschwunden und nicht mehr auffindbar. Entweder hatte ihn jemand anderes mitgenommen, oder er hatte sich sehr gut versteckt um seine letzten Stunden in Ungestörtheit zu verbringen. Offensichtlich war es jedoch nicht der Igel aus unserem Garten – ein kleiner Grund zur Freude!

Als Sommerferienprojekt steht daher neuerdings ein weiterer Punkt auf unserer Liste: Ein Igelhaus bauen!

Erweitern sich eure Räume zu Hause im Sommer auch? Oder schlaft ihr sogar ganz unter freiem Himmel?

Im Kalender rot angestrichen

06/08/2012

hatte mein Ältester sich den heutigen Tag. Er wurde nicht müde mich immer wieder daran zu erinnern, dass er an diesem Tag um 6 Uhr morgens aufstehen wolle. Also schlug ich heute in aller Früh und gegen meinen inneren Instinkt die Augen auf, warf die Decke zurück und tappste benommen ins Kinderschlafzimmer… Dort war der Große – was tue ich überhaupt überrascht – schon am Lesen. Sein enthusiastischer Sprung aus dem Bett weckte auch die anderen beiden und so saßen bald drei eingemummelte, mehr oder weniger verschlafene Gestalten gespannt vor dem Laptop. Anlass der Aufregung war: die Landung des Mars-Rovers Curiosity.

Mein Gr0ßer hat vor kurzem ein Referat über den Mars gehalten und dafür aus seiner Carrera-Bahn, mit Hilfe von bemaltem Papier und Alufolie eine Marslandschaft samt fahrbarem Mars-Rover gezaubert, die er den Kindern zur Veranschaulichung vorführte. Er ist total fasziniert vom Weltraum und von Raumfahrttechnik.

seine Artikelsammlung überm Bett:

Curiosity legte heute eine perfekte Landung  hin – unglaublich, was die Menschen so alles zustande kriegen! Für uns war es spannend, das alles live mitverfolgen zu können. Dafür bin ich vorallem dem Portal spacelivecast.de dankbar, die das ganze mit deutschen Kommentatoren und interessanten Filmen zu einem tollen Erlebnis gemacht haben. Wir hätten sonst nur den livestream der Nasa schauen können, und da hätten meine Kinder nicht viel verstanden. So war es fantastisch – man hatte das Gefühl, live dabei zu sein während Geschichte geschrieben wird. Und den Kommentatoren merkte man die Begeisterung hörbar an.

Die ersten Bilder vom Marsboden

Jubel über die geglückte Landung – für viele Mitarbeiter der Nasa wohl Resultat ihres Lebenswerkes…

Wusstet Ihr, dass ein kleines Mädchen damals dem Mars-Rover seinen Namen geben durfte? Sie hatte sich mit einem Aufsatz dafür beworben und gewonnen.

Solche Ereignisse wie heute erinnern mich immer wieder darann, das so vieles möglich ist, wenn man erstmal wagt, es für möglich zu halten und sein Herzblut investiert… Ich hoffe, dass meine Kinder auch mit dieser Zuversicht aufwachsen.

Interessieren sich Eure Kinder auch für Raumfahrt? Und wenn ja, wie entdeckt Ihr mit ihnen dieses spannende Thema?